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Radabenteuerer Maximilian Semsch: Abenteuer Deutschland!
2017-03-07 14:11

Abenteuer Deutschland: Maximilian Semsch auf Radreise durch seine Heimat

Er fuhr bereits über 50.000 km mit dem Rad durch mehr als 30 Länder, nur von seiner Heimat hatte Maximilian Semsch bisher recht wenig gesehen. In viereinhalb Monaten besuchte er alle 16 Bundesländer und legte dabei 7.500 km zurück. Nach der Reise musste er feststellen, daheim ist es doch am Schönsten!

Was unterscheidet die Radreise von einer Reise mit Zug, Auto oder Flugzeug?

Ich hatte mit 21 Jahren mit dem Reisen angefangen, war drei Jahre auf Weltreise, zu Beginn mit Rucksack und Bus und Bahn. Das wurde allerdings sehr schnell langweilig, da ich das Gefühl hatte an allem nur vorbei zu rasen und wenig zu sehen. Also suchte ich nach einem Transportmittel, das mich kostengünstig und individuell von A nach B bringt. Mein erstes Fahrrad habe ich mir für 20€ in Indien gekauft – ohne Gangschaltung, 25 kg schwer (ohne Gepäck) und mit einem Platten pro Tag. So habe ich max. 40 km am Tag geschafft, bin damit aber in fünf Monaten 2.500 km durch Indien gefahren. Ab dem Punkt war ich angefixt, denn mit dem Rad habe ich die optimale Reisegeschwindigkeit und erlebe am meisten.

Nach München-Singapur und Australienumrundung – wie kamst du als Weltreisender ausgerechnet auf Deutschland?

Irgendwann wurde mir klar, dass ich mich in Thailand und Australien besser auskenne, als vor der eigenen Haustür. Außer Autobahn und Raststätten hatte ich von meiner Heimat bisher kaum etwas gesehen. Ich wollte endlich herausfinden, was man in Deutschland sehen und unternehmen kann.

Was zeichnet Deutschland als Radreiseland aus?

Zum einen, wie wunderschön die Heimat ist. Rückblickend muss ich sagen, dass Deutschland eines der abwechslungsreichsten und spannendsten Länder war, die ich bisher bereist habe. Es gibt 75.000 km Radfernwege und man kann durch das ganze Land fahren, ohne auf die Hauptstraße zu müssen. Diesen Luxus gibt es nur in sehr wenigen Ländern. Zum anderen haben mich auch die Deutschen überrascht. Ich habe so viele hilfsbereite und gastfreundliche Menschen getroffen, das kannte ich bisher nur aus weit entfernten und exotischen Ländern. Kurz: Deutschland ist toll und auf jeden Fall eine Reise wert.

Du hast unterwegs viele „Locals“ getroffen, die dir ihre Lieblingsrouten gezeigt haben. Welche Begegnung ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Da kommen schon ein paar Begegnungen zusammen. Es waren insgesamt 200 Leute, die ich getroffen habe, von der Religionslehrerin, über den Graffiti Sprayer bis hin zur Skifluglegende Jens Weißflog, mit dem ich durch das Erzgebirge gefahren bin. Sehr eindrucksvoll war auch Jan, der acht Jahre lang Polizist war, dann aber keine Lust mehr auf den Job hatte. Er kündigte, kaufte sich drei Esel und bietet heute Eselwanderungen in Brandenburg an. Er hat zwar viel weniger Geld als vorher, ist aber nach eigener Aussage heute viel glücklicher.

Du warst – nicht zum ersten Mal – mit einem E-Bike auf Reise. Wie reagieren die Leute auf einen jungen Kerl mit eingebautem Rückenwind?

Ich reise nicht mit dem Rad wegen des sportlichen Reizes, sondern weil ich die optimale Geschwindigkeit habe und viel sehe und erlebe. Wenn ich sportlich Radfahren will, steige ich aufs Rennrad. Aber mir ist klar, dass ich mit 33 Jahren von vielen belächelt werde oder Kopfschütteln ernte. Ich finde die Technik genial und sehe mich auch als Botschafter für E-Mobilität und möchte den Leuten zeigen, dass ein E-Bike nicht die Vorstufe zum Rollator ist. Außerdem trete ich immer noch, es ist kein Motorrad. Jemand der seit 15 Jahren Radreisen unternimmt oder Fahrrad fährt, wird sicherlich nicht so schnell auf ein E-Bike umsteigen und das ist auch gut so. Viele hatten aber bisher vielleicht noch nicht die Motivation eine Radreise zu unternehmen, da sie keine Lust haben auf körperliche Überanstrengung im Urlaub. Mit einem E-Bike kann heute wirklich jeder mit dem Rad reisen, egal bei welchem Fitnesslevel er steht. Das möchte ich den Leute da draußen zeigen und ihnen Lust aufs Radfahren machen!

Auf der VELOBerlin hält Maximilian Semsch 30-minütige Multivisionsvorträge zu „Abenteuer Deutschland“ und „Abenteuer Australien“:

  • Samstag, 1.4.2017 11 Uhr: "Abenteuer Deutschland" Fahrradbühne Halle 14
  • Samstag, 1.4.2017 15:45 Uhr: "Abenteuer Australien" Fahrradbühne Halle 14
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